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Saug- und Mähroboter mit Kamera: was sie sehen und wer mitschaut
Wann Bilder das Gerät verlassen, wer sie sehen kann, belegte Fälle bis Oktober 2026 und welche Schalter in der App etwas ändern
Geprüft am 24. Oktober 2026 · etwa 10 Minuten Lesezeit
Kurz gesagt
Die Kamera soll Hindernisse erkennen, sieht aber mehr als den Boden, beim Mähroboter laut Ecovacs mitunter über das Grundstück hinaus. Ob Bilder deines Roboters das Gerät verlassen, hängt vor allem an den eingeschalteten Funktionen und am Hersteller, kaum an der Kamera selbst. Die Hinderniserkennung rechnet laut mehreren Herstellern im Gerät. Ins Internet gehen Bilder vor allem bei Live-Video, Videoanruf, Fernkamera, Objektfotos in der App, Fotoalarm und „Produktverbesserung“. Bei der Produktverbesserung eines Herstellers können auch Mitarbeiter einzelne Fotos prüfen. Gegen Fehler in der Hersteller-Cloud, über die 2026 laut Forschern und Fachpresse Tausende fremde Roboter samt Kamera erreichbar waren, hilft kein Passwort; beheben kann sie nur der Hersteller.
Was die Kamera erfasst
KI-generiertes SymbolbildBeide Roboter tragen vorn eine Kamera. Ob ihre Bilder das Gerät verlassen, hängt vor allem an den eingeschalteten Funktionen und am Hersteller.
Die Kamera soll Hindernisse erkennen, damit der Roboter ausweicht. Sie sieht mehr als den Boden: Ecovacs nennt die Aufnahmen hochauflösend, und Mähroboter blicken über den Rasen, laut Ecovacs mitunter über das Grundstück hinaus. Auch ohne Kamera entstehen Karten deiner Räume oder deines Gartens und Nutzungsdaten.
Welche Funktion Bilder wohin schickt, laut Hersteller
Funktion
Was mit den Bildern geschieht
Hinderniserkennung
bleibt im Gerät, laut Husqvarna (06.07.2026), Ecovacs (24.11.2025) und Roborock (August 2026), laut Navimow (08.05.2025) „standardmäßig“
Live-Video, Videoanruf, Fernkamera
laufen übers Internet in die App; Fotos der Fernkamera speichert Ecovacs in seiner Cloud
Objektfotos in der App
Ecovacs („Live-Bild“): auf Cloud-Servern in Deutschland; Roborock: auf dem Roboter, die Cloud dient nur als Durchgang
Fotoalarm, nur Mähroboter
Ecovacs: Ist die Funktion an, fotografiert der Mäher erkannte Personen und schickt das Foto aufs Handy; ob es gespeichert bleibt, sagt die Erklärung nicht
Kartenfunktionen
eufy erhält Bilder der Mäherkamera, wenn du die Karte der Rasenstruktur nutzt (30.01.2026)
„Produktverbesserung“
Ecovacs, nur mit deiner Zustimmung: Fotos nicht erkannter Objekte gehen nach China ins KI-Training; scheitert auch die KI, können Mitarbeiter sie prüfen, Personen unscharf
Angaben können sich widersprechen: Bei Ecovacs nennt ein Anhang für DEEBOT T8 AIVI, T9 AIVI und OZMO 960 einen Erkennungsdienst in China, der auf gespeicherte Fotos und Videos zugreift — entgegen dem Satz, die Bilder blieben „immer auf dem Gerät“. Für Gardena, Mammotion, Dreame und Einhell fand die Recherche keine Website-Angabe, ob Bilder das Gerät verlassen; die Erklärungen ihrer Apps lagen nicht vor (Stand 24.10.2026) — keine Entwarnung.
Wohin die Bilder gehen
Der Weg eines Kamerabilds
Dein RoboterKamera, Sensoren, bei manchen Modellen ein Mikrofon. Läuft nur die Hinderniserkennung, bleibt das Bild laut mehreren Herstellern hier.
Dein RouterZeigt, ob der Roboter online ist, aber nicht, ob er Bilder sendet: Verschlüsselte Inhalte kann der Router nicht lesen. Ein Mähroboter mit SIM-Karte kann am Router vorbei funken.
Hersteller-CloudReicht Befehle, Karten und Live-Videos weiter und speichert je nach Funktion Fotos; was dort geschieht, kannst du nicht prüfen (Hersteller-Cloud).
Deine AppZeigt Live-Video, Fotos und Alarme — jedem, der mit deinem Konto angemeldet ist oder dem du den Roboter freigegeben hast.
Mitarbeiter und DienstleisterWenn der Hersteller Bilder für das Training seiner KI nutzt, etwa bei Ecovacs nach deiner Zustimmung zur „Produktverbesserung“, falls auch die KI ein Objekt nicht erkennt.
FremdeWenn jemand dein Konto übernimmt oder ein Fehler in Gerät oder Cloud Fremde hineinlässt (siehe Fälle); gegen Letzteres hilft kein Passwort.
Verschlüsselt heißt nicht: Niemand sieht mit
Die übliche Transportverschlüsselung schützt nur den Weg: Beim DJI ROMO war sie laut DJI aktiv, und doch reichte die Cloud Nachrichten fremder Geräte an jeden mit gültigem Zugang weiter, beides laut DroneXL (Was HTTPS schützt — und was nicht). Erst bei Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, wie Roborock sie für Videoanrufe angibt, kann auch der Server das Bild nicht lesen.
Bekannte Fälle
Belegte Fälle, Stand 24.10.2026
Wann
Was geschah
Stand
Stellungnahme
19.12.2022 Trainingsbilder in Online-Gruppen (iRobot)
Laut MIT Technology Review teilten Datenbeschrifter eines Dienstleisters Bilder von Roomba-Entwicklungsgeräten von 2020 in geschlossenen Online-Gruppen, darunter eine Frau auf der Toilette; die Geräte standen bei bezahlten Testpersonen, auch in Deutschland. Laut iRobot (Dezember 2022) endet die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister. Quelle: MIT Technology Review: A Roomba recorded a woman on the toilet (19.12.2022) ↗
Stand unbekannt
iRobot: Die Testpersonen hätten schriftlich eingewilligt.
09.08.2024 Übernahme per Bluetooth (Ecovacs)
Laut TechCrunch ließen sich Saugroboter und der Mähroboter GOAT G1 per Bluetooth aus bis zu rund 130 Metern übernehmen, samt Kamera und Mikrofon. Laut Ecovacs bis 30.11.2024 für die Modelle seiner Hinweise behoben (etwa GOAT G1 ab Version 1.36.187); für fünf weitere Funde, etwa die löschbare Ansage „Kamera an“, nannte die US-Behörde CISA am 23.01.2025 keine Korrektur. Quelle: TechCrunch: Ecovacs home robots can be hacked to spy on their owners (09.08.2024) ↗
Stand unbekannt
Zuerst nannte Ecovacs solche Angriffe laut TechCrunch im Alltag äußerst selten, am 16.08.2024 sagte es Korrekturen zu.
02/2026 Ein Zugang öffnete Tausende Saugroboter (DJI ROMO)
DJI: ein Prüffehler auf der Serverseite der App, kein Hinweis auf Missbrauch von Nutzerdaten.
07.05.2026 Gleiches Passwort auf allen Gartenrobotern (Yarbo)
Ein deutscher Forscher fand ein auf allen Geräten gleiches Administrator-Passwort und einen Fernwartungszugang mit vier Live-Kamerabildern je Gerät, nach seiner Schätzung bei rund 6.000 Robotern. Yarbo lieferte am 16.05.2026 ein Update mit Sicherheitskorrekturen; ob alle Lücken geschlossen sind, ist nicht bestätigt. Quelle: Andreas Makris: Yarbo — NAT In My Back Yard (07.05.2026) ↗
Stand unbekannt
Yarbo bestätigte am 08.05.2026 die technischen Kernbefunde.
13.07.2026 Schlüssel aus einem Gerät erlaubte Zugriff auf fremde Saugroboter (Shark)
Mit Schlüssel und Zertifikat aus einem gekauften Gerät konnte ein Forscher Nachrichten fremder Geräte derselben Cloud-Region mitlesen; an einem eigenen zweiten Gerät zeigte er Live-Kamerabild, Steuerung, Karte und das gespeicherte WLAN-Passwort. Er sah binnen 24 Stunden 1.517.605 Geräte in der US-Region; ob Geräte in Europa betroffen waren, ist offen. Laut Forscher seit 20.07.2026 behoben, unabhängig unbestätigt. Quelle: tokay0: No Shark is Safe: Millions of Shark Vacuums are Vulnerable to RCE (13.07.2026, Nachtrag 20.07.2026) ↗
Behoben laut Forschenden
SharkNinja laut Forscher: Die Lücke sei vollständig behoben.
Die Fälle zeigen zwei Wege: Menschen sichten Trainingsbilder, oder Fehler des Herstellers öffnen Geräte für Fremde. Über andere Modelle sagen sie nichts: Ein Gerät ohne bekannten Fall ist kein geprüftes Gerät, und gesucht wurde bis 24.10.2026, nicht lückenlos.
Was du einstellen kannst
Einstellungen für Kamera, Bilder und Zugang, laut Hersteller
Hersteller, Stand
Was du einstellst
Was es kostet
Ecovacs, 24.11.2025
„Live-Bild“ aus: Einstellungen › DEEBOT-Erweiterte Einstellungen › Live-Bild. Produktverbesserungsplan ablehnen oder widerrufen: Meine Einstellungen › Datenautorisierung › Produktverbesserungsplan. Kamera aus und Fotos löschen geht laut Ecovacs in der App.
keine Objektfotos in der App, ohne Kamera keine Objekterkennung; frühere Live-Bilder bleiben, bis du ihre Löschung beantragst
Roborock, August 2026
Videoanruf ist ab Werk aus. KI-Objekterkennung und Sprachassistent abschalten, dann bleiben Kamera und Mikrofon laut Roborock inaktiv.
keine Hindernisvermeidung per Kamera, keine Sprachbefehle
Husqvarna Automower, 04.02.2026
Werks-PIN 1234 bei der Einrichtung ändern.
nichts
Heißt ein Menü bei dir anders, such nach „Kamera“, „Video“, „Foto“ oder „Datenschutz“.
Ein Passwort, das du nirgends sonst nutzt, hilft gegen Zugangsdaten aus fremden Datenlecks, automatische Updates schließen bekannte Lücken; beides kostet nichts. Eine Einstellung für die Zwei-Faktor-Anmeldung nennen die ausgewerteten Unterlagen von Roborock, Navimow und Ecovacs nicht (Stand 24.10.2026). Bietet deine App sie an, kostet sie einen Schritt mehr beim Anmelden, und ein gestohlenes Passwort allein reicht dann nicht. Ist dein Konto schon übernommen, hilft die Anleitung für den Notfall.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, Saugroboter ins Gästenetz zu stellen (so geht es). Das kostet etwas Einrichtung und erschwert einem gekaperten Roboter den Weg zu Computer und Handy, hilft aber weder gegen Fehler in der Cloud noch bei Mährobotern, die über ihre SIM-Karte funken. Ganz offline überträgt der Roboter laut BSI nichts ins Internet; dann entfallen App, Karten und Updates.
Die Häkchen werden nicht gespeichert und nicht übertragen. Ausdrucken kannst du die Liste über den Druckdialog deines Browsers. Alle Punkte für alle Geräte: Prüfliste fürs Zuhause.
In der App siehst du Schalter und Einwilligungen, in ihrer Datenschutzerklärung oft mehr Einzelheiten; die Erklärung der Website deckt oft nur den Shop ab. App-Store-Angaben sind Selbstauskünfte: Bei ECOVACS HOME nennt Google Play keine „Fotos und Videos“, obwohl die Erklärung Live-Bilder in der Cloud beschreibt.
Ob ein Zugriff aus der Ferne auffällt, testest du zu zweit: Einer startet das Live-Video, der andere achtet am Roboter auf Leuchte und Ton; bei Angriffen lassen sich solche Signale umgehen. Was in der Cloud geschieht, siehst du nicht. Jedes Häkchen ist deine Angabe, kein Messwert.
Vermutest du, dass dich jemand über den Roboter beobachtet, sieh nach, wer ihn mitbenutzen darf und welche Fotos oder Videos in der App liegen. Entfernst du einen Zugang, kann das der Person auffallen: Halte vorher fest, was du gesehen hast, und hol dir Unterstützung, bei Gefahr über die 110.
Beratung bei Überwachung durch Geräte
Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ — Telefon 116 016 · hilfetelefon.de ↗Berät Frauen, die Gewalt erleben, und Menschen aus ihrem Umfeld — am Telefon rund um die Uhr, kostenlos und auf Wunsch anonym, auch in 18 Fremdsprachen und in Gebärdensprache; online auf Deutsch.
Hilfetelefon Gewalt an Männern — Telefon 0800 1239900 · maennerhilfetelefon.de ↗Berät Männer, die Gewalt erleben, kostenlos und anonym — am Telefon montags bis donnerstags 8 bis 20 Uhr und freitags 8 bis 15 Uhr, dazu im Chat zu festen Zeiten.
WEISSER RING: Opfer-Telefon — Telefon 116 006 · weisser-ring.de ↗Hilft Opfern von Straftaten bundesweit, kostenfrei und anonym — am Telefon täglich von 7 bis 22 Uhr, außerdem über eine Onlineberatung.
Aktiv gegen digitale Gewalt · aktiv-gegen-digitale-gewalt.de ↗Seite des bff: Frauen gegen Gewalt e. V. zu digitaler Gewalt, auch zu Ortung, Überwachung und Sicherheitsplanung, mit Suche nach Beratungsstellen in deiner Nähe und einem Notausstieg.
Was das Recht sagt
Saugroboter mit Kamera sind nicht grundsätzlich verboten. Die Bundesnetzagentur hält sie aber für unzulässig, wenn sie heimlich Bild oder Ton übertragen können; entscheidend sei, ob sie hör- oder sichtbar anzeigen, dass sie aufnehmen (29.11.2024). Das Verbot der Bundesnetzagentur für einen Futterautomaten mit Kamera nach § 8 TDDDG bleibt im Eilverfahren ausgesetzt: Ohne erkennbaren Zweck, Menschen zu überwachen, gilt ein Gerät laut Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen nicht schon deshalb als zum heimlichen Aufnehmen bestimmt (§ 8 Absatz 2), weil man seine Kamera nicht eindeutig erkennt (17.09.2026, unanfechtbar). Saugroboter nennt der Beschluss nicht.
Wer ins Bild kommt, hat eigene Rechte: Unbefugte Bildaufnahmen in Wohnungen, die den höchstpersönlichen Lebensbereich verletzen, und unbefugtes Abhören oder Aufnehmen nicht öffentlicher Gespräche können strafbar sein (§§ 201, 201a StGB); ob eine Roboteraufnahme darunter fällt, ist gerichtlich nicht geklärt (mehr zu Anzeige und Strafantrag). Sag allen im Haushalt, auch Gästen und Haushaltshilfen, was der Roboter aufnehmen kann.
Ob eine Mäherkamera Gehweg oder Nachbargarten erfassen darf, ist nicht entschieden. Für Kameras gilt laut Europäischem Gerichtshof (C-212/13): Wer öffentlichen Raum mit erfasst, handelt nicht mehr rein privat, dann gilt das Datenschutzrecht. Laut Datenschutzkonferenz, dem gemeinsamen Gremium der Datenschutzbehörden von Bund und Ländern, endet die Befugnis zur Beobachtung in Wohngebieten an der eigenen Grundstücksgrenze. Wer sich erfasst sieht, kann sich an die Datenschutzaufsicht wenden (Videoklingel und Kamera: wer die Bilder sieht, was erlaubt ist).
Wofür diese Angaben gelten
Für Saug- und Mähroboter mit Kamera auf dem deutschen Markt; Herstellerangaben gelten oft nur für bestimmte Modelle und App-Versionen.
Für den Stand 24.10.2026, mit dem Datum jeder Herstellerangabe. Unabhängig geprüft sind diese Selbstauskünfte nicht.
Nicht für dein Gerät: HexWarte misst keine Geräte, scannt kein Heimnetz und sieht keinen Datenverkehr.
Was dieser Artikel nicht sagt
Welcher Roboter besser schützt: HexWarte vergibt keine Noten und empfiehlt keine Marke.
Ob Herstellerangaben stimmen: Ob Bilder im Gerät bleiben und die Verschlüsselung wie beschrieben arbeitet, kann HexWarte nicht prüfen, und von außen siehst du es nicht.
Ob eine Aufnahme im Einzelfall erlaubt oder strafbar ist: Das ist fachliche Einordnung, keine Rechtsberatung.
Geprüft am 24. Oktober 2026. Die Einordnung ist eine fachliche Bewertung, keine Rechtsberatung. Einen Fehler gefunden? Die Kontaktdaten stehen im Impressum.