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BEGRIFF

Gästenetz

Ein zweites WLAN mit eigenem Namen und Passwort, das dein Router vom übrigen Heimnetz trennen soll: Geräte darin kommen ins Internet, sollen aber weder deinen Computer noch dein Handy noch die Einstellungen des Routers erreichen.

Auch bekannt als: Gäste-WLAN, Gastnetz, WLAN-Gastzugang, Gastzugang

In Ruhe erklärt

Der Router stellt neben deinem gewohnten WLAN ein zweites bereit, bei manchen Modellen auch für Geräte am Kabel. Wer sich dort anmeldet, kommt laut den Herstellern ins Internet, aber nicht an Geräte im Heimnetz; die freiwillige technische Richtlinie des BSI für Router verlangt zusätzlich, dass die Router-Einstellungen von dort nicht erreichbar sind. Das BSI empfiehlt ein solches Netz ausdrücklich auch für smarte Geräte wie Saugroboter, Rollladensteuerungen oder Türklingeln. Bietet der Router kein eigenes Netz für sie, soll das Gästenetz dann nur ihnen dienen, und die Zugangsdaten gehen nicht an Dritte.

Genormt ist die Trennung nicht; jeder Hersteller setzt sie selbst um. Bei manchen Routern hängt sie an einem Haken, ein „IoT-Netz“ ist nicht automatisch getrennt, und im Forschungspapier AirSnitch (Fachkonferenz NDSS, Februar 2026) ließ sie sich bei allen fünf getesteten Heimroutern teilweise umgehen — von jemandem, der das WLAN- oder Gästepasswort kennt und in Funkreichweite ist. Ein Gästenetz ist deshalb eine sinnvolle Hürde, keine Mauer.

Was dabei verloren geht: Funktionen, bei denen sich Geräte im selben Netz finden müssen, reichen nicht über die Netzgrenze — etwa Streamen vom Handy auf den Fernseher oder das Hinzufügen von Geräten mit dem gemeinsamen Smart-Home-Standard Matter. Geräte, die zusammenarbeiten, gehören deshalb gemeinsam in ein Netz.

Warum das zählt

Weil ein smartes Gerät dein WLAN-Passwort speichert und es in veröffentlichten Fällen abgreifbar oder im Klartext gespeichert war: Hängt es im Gästenetz und hast du das Passwort deines Heimnetzes danach geändert, kann es dieses nicht mehr verraten. Wie du Geräte im Router findest, umziehst und die Trennung prüfst, steht in Smarte Geräte im Router finden und ins Gäste-WLAN legen.

Was es nicht bedeutet

Die häufigsten Irrtümer — auch auf seriösen Seiten.
  • Ein Gästenetz trennt nicht vom Internet und nicht vom Hersteller: Geräte sprechen weiter mit ihrer Hersteller-Cloud und können darüber angreifbar bleiben, und ein Gerät mit Schadsoftware ab Werk kann deinen Anschluss weiter missbrauchen.
  • Ein „IoT-Netz“ oder „Netz für smarte Geräte“ ist nicht dasselbe: Bei manchen Routern verbessert es vor allem die Verbindung und lässt ab Werk Verkehr ins Heimnetz zu, bei anderen liegt es ab Werk im selben Adressbereich wie das Heimnetz. Getrennt ist es erst, wenn der Hersteller das zusagt oder du die Trennung einstellst; dann nennt das BSI ein solches eigenes Netz als ersten Weg, das Gästenetz als Ausweichlösung.
  • Geräte finden einander im Heimnetz unter anderem über eine automatische Gerätesuche (Multicast-DNS, kurz mDNS), die laut dem Internetstandard RFC 6762 nur innerhalb eines Netzes wirkt; deshalb endet diese Suche in der Regel an der Grenze zum Gästenetz. Der mDNS-Kandidat im Browser ist etwas anderes: ein Zufallsname, den dein Browser Websites statt deiner Adresse im Heimnetz nennt.
  • Ein VPN verschlüsselt deinen Weg ins Internet; ein Gästenetz trennt Geräte darin von deinem übrigen Heimnetz. Das eine ersetzt das andere nicht.

Quellen

Stand dieses Eintrags: 24. Oktober 2026. Die Einordnung ist eine fachliche Bewertung, keine Rechtsberatung.

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