In Ruhe erklärt
Ein vernetztes Gerät spricht selten nur mit deinem Handy. Willst du die Kamera von unterwegs ansehen, eine Benachrichtigung mit Vorschaubild bekommen oder die Raumkarte deines Saugroboters in der App öffnen, läuft das über Server des Herstellers. Diese Server stehen oft in gemieteten Rechenzentren: In einer Studie mit 81 Geräten in Laboren in den USA und Großbritannien (2019) sprachen 31 US- und 24 britische Geräte mit Servern von Amazon, meist weil ihre Hersteller dort Rechenzentren nutzen.
Wer dort was lesen kann, hängt von drei Weichen ab: ob eine Funktion Inhalte überhaupt in die Cloud schickt, ob sie dort Ende-zu-Ende-verschlüsselt liegen und ob du sie „zur Verbesserung“ freigegeben hast. Solange der Hersteller die Schlüssel verwaltet, kann er gespeicherte Inhalte technisch öffnen, auch wenn sie auf dem Weg und auf dem Server verschlüsselt sind; davor schützen dann nur seine internen Regeln.
Ein Fehler in der Hersteller-Cloud kann viele Haushalte auf einmal treffen. Ein starkes Passwort und die Zwei-Faktor-Anmeldung helfen dagegen nicht, weil der Zugriff an der Anmeldung vorbeiläuft. Welche Daten ein Hersteller über dich gespeichert hat und an wen er sie weitergibt, muss er dir auf Anfrage mitteilen (Auskunftsrecht nach Art. 15 DSGVO).