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BEGRIFF

Fingerabdruckschutz

Browserfunktionen, die Websites gleiche oder zufällige Werte melden, damit dein Browser schwerer wiederzuerkennen ist — auf drei ganz verschiedenen Wegen.

Auch bekannt als: Einheitswert, Zufallswert, resistFingerprinting (RFP), Farbling

In Ruhe erklärt

Ein Fingerabdruck entsteht aus vielen Einzelwerten: Bildschirm, Zeitzone, Schriften, Grafikeinheit und manchem mehr. Ein Schutz kann nicht einfach gar nichts mehr melden, denn Websites brauchen viele dieser Werte, um richtig dargestellt zu werden. Es gibt deshalb drei grundverschiedene Wege.

Der erste sind Einheitswerte: Alle Nutzer desselben Schutzes melden dieselben Werte, gleich welches Gerät sie haben — nur nach Betriebssystem getrennt. Der Tor Browser meldet als Zeitzone zum Beispiel immer Atlantic/Reykjavik und unter Windows immer vier Prozessorkerne, am Mac acht. So gehen alle in derselben Menge unter. Diesen Weg gehen Tor Browser, Mullvad Browser und LibreWolf, im Kern auch Firefox mit dem Schalter „resistFingerprinting“.

Der zweite sind Zufallswerte: Der Browser verändert bestimmte Werte leicht, je Website und je Sitzung anders. Innerhalb einer Seite bleibt alles gleich, über Websites hinweg lässt sich der Wert aber nicht mehr zusammenführen. Brave geht diesen Weg am weitesten; Firefox verrauscht seit Version 151 am Desktop in jedem Fenster die Canvas-Zeichnung auf dieselbe Art.

Der dritte ist das Sperren bekannter Skripte: Safari, Edge und Firefox führen Listen bekannter Fingerprinting-Dienste und bremsen oder sperren deren Skripte. Das hilft gegen die, die auf der Liste stehen — gegen eine Seite, die selbst misst, hilft es nicht.

Jeder Weg hat seinen Preis. Einheitswerte tragen nur, solange viele sie teilen und niemand daran dreht. Zufallswerte lassen sich als solche erkennen. Und jeder Schutz hinterlässt eine eigene, erkennbare Spur; die Forschung sagt das ausdrücklich.

HexWarte erkennt die bekannten Schutzarten an der Kombination mehrerer Werte, nie an einem einzelnen. Trägt dein Browser Einheitswerte, steht an der Zeile „Einheitswert“: Ein Wert, den alle mit demselben Schutz gleich melden, ist nicht deiner und wird nicht als persönliches Merkmal bewertet.

Warum das zählt

Ohne diese Einordnung führt ein Messwert in die Irre: Dieselbe Zeitzone kann ein persönlicher Hinweis sein oder die Uniform von Hunderttausenden. Erst der Schutz dahinter sagt, was sie bedeutet.

Was es nicht bedeutet

Die häufigsten Irrtümer — auch auf seriösen Seiten.
  • Ein Schutz macht dich nicht unsichtbar. Websites sehen in aller Regel, dass du ihn benutzt — sie sehen nur nicht mehr, wer unter all seinen Nutzern du bist.
  • Eigene Schalter oder mehrere Schutz-Erweiterungen bedeuten fast immer weniger Schutz, nicht mehr. Wer an einer Uniform dreht, fällt aus ihr heraus — siehe Anonymitätsmenge.
  • Den Schalter privacy.resistFingerprinting in Firefox empfiehlt Mozilla ausdrücklich nicht für den Alltag, weil manche Seiten dann nicht mehr richtig funktionieren.
  • Gegen die IP-Adresse und den Fingerabdruck des Verbindungsaufbaus hilft der Fingerabdruckschutz nicht; das leistet nur ein anderer Weg ins Netz wie Tor — siehe IP-Adresse und JA4 und JA3.