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Funkzähler und Smart Meter: was dein Verbrauch verrät
Heizkostenverteiler, Wasserzähler, Rauchwarnmelder und Stromzähler: wer die Werte bekommt, was das Gesetz erlaubt und was du tun kannst
Geprüft am 24. Oktober 2026 · etwa 10 Minuten Lesezeit
Kurz gesagt
Heizkostenverteiler und Wasserzähler funken ihre Werte oft alle 1 bis 15 Minuten durchs Haus; was beim Messdienst ankommt, hängt von der Einstellung ab. Bei Heizung und Warmwasser müssen Mieter den Einbau dulden und können der Funkablesung laut den Datenschutzbehörden von Bund und Ländern (Datenschutzkonferenz) nicht widersprechen, doch ohne ihre Einwilligung dürfen die Werte nur der Abrechnung und der monatlichen Verbrauchsinformation dienen. Was du tun kannst: Einwilligungen in Zusatzdienste verweigern oder widerrufen, die Verbrauchsinformation auf Papier verlangen und beim Vermieter Auskunft über deine Daten fordern. Das belegte Risiko: In einer Feldstudie sendete fast die Hälfte der erfassten Funkzähler unverschlüsselt, und ein mitgeschnittener Warmwasserzähler verriet Schlafzeiten und eine Woche Abwesenheit. Ein digitaler Stromzähler allein sendet nichts; erst ein intelligentes Messsystem schickt Viertelstundenwerte, verschlüsselt, an den Messstellenbetreiber (das Unternehmen, das den Zähler betreibt), Netzbetreiber und Lieferant.
Was die Zähler erfassen und verraten
KI-generiertes SymbolbildEin fernablesbarer Heizkostenverteiler funkt seine Werte durchs Haus; was beim Messdienst ankommt, hängt von der Einstellung ab. Ein digitaler Stromzähler sendet erst als Teil eines intelligenten Messsystems.
Was für Heizung und Warmwasser nach dem 1. Dezember 2021 eingebaut wird, muss aus der Ferne ablesbar sein, meist per Funk. Je nach Haus messen diese Geräte mit:
Was die Geräte erfassen und senden
Gerät
Was es erfasst
Was es sendet
Heizkostenverteiler
wie viel der Heizkörper im Vergleich zu den anderen im Haus heizt; laut zwei Messdiensten auch Monatswerte, Gerätestatus, teils Heizkörper- und Raumtemperatur
per Funk, oft alle 1 bis 15 Minuten
Wasser- und Wärmezähler
Zählerstand; laut zwei Messdiensten auch Monatswerte, Gerätestatus
ebenso
Vernetzter Rauchwarnmelder
laut ista nur Betriebsdaten; neuere Modelle auch das Raumklima
verschlüsselt, laut Bundesnetzagentur einmal täglich
Was solche Werte verraten, ist untersucht: In einer Feldstudie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) verriet ein mitgeschnittener Warmwasserzähler Schlafzeiten und eine Woche Abwesenheit. Aus dem Raumklima eines Rauchwarnmelders lässt sich laut bayerischer Datenschutzaufsicht ablesen, wann jemand kocht oder duscht und ob mehr Menschen als sonst da sind. Aus Halbstundenwerten des Stroms von 4.232 irischen Haushalten schätzten Forschende 2014 viele Haushaltsmerkmale mit über 70 Prozent Genauigkeit.
Wohin die Daten gehen
Heizung und Wasser: der Weg deiner Zählerwerte
Funkzähler in deiner WohnungFunkt seine Werte in einer eigenen Funksprache (wM-Bus), oft alle 1 bis 15 Minuten.
Funkstrecke durchs HausJeder passende Empfänger in Reichweite, auch auf der Straße, fängt mit: Hersteller und Gerätenummer immer, die Werte, wenn unverschlüsselt gesendet wird.
Sammelstation oder AbleserEine Sammelstation im Treppenhaus oder Keller sammelt die Werte aller Zähler; fehlt sie, fängt ein Ableser sie im Vorbeigehen oder Vorbeifahren auf.
MessdienstRechnet im Auftrag des Vermieters ab. Laut eigenen, ungeprüften Angaben überträgt Techem nur den Monatsendwert, auf Auftrag öfter (2021), Minol monatlich auch 14-Tages-Werte (2021); ista nennt keinen Takt und speichert bis fünf Jahre nach Ende des Abrechnungszeitraums (Stand wahrscheinlich 2025).
Vermieter oder VerwaltungIn der Regel verantwortlich für deine Daten, also dein Ansprechpartner für Auskunft.
Portal oder AppNur wenn du die Verbrauchsinformation digital beziehst: Dann liegen deine Werte auch in einem Online-Konto, etwa beim Messdienst.
Strom: der Weg der Viertelstundenwerte
Dein StromzählerHält im intelligenten Messsystem alle 15 Minuten den Zählerstand fest.
Kommunikationsgerät (Smart-Meter-Gateway)Vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert; sendet nur verschlüsselt.
MessstellenbetreiberBetreibt den Zähler, meist der örtliche Netzbetreiber; bekommt die Werte laut Bundesnetzagentur täglich und muss sie spätestens drei Jahre nach Jahresende löschen oder anonymisieren.
Netzbetreiber und LieferantBekommen standardmäßig täglich die Werte des Vortags, zweckgebunden etwa für Netzbetrieb und Abrechnung; von Haushalten bis 6.000 Kilowattstunden ohne steuerbares Gerät wie Wärmepumpe oder Wallbox und ohne eigene Erzeugungsanlage nur unter einer Nummer statt des Namens (pseudonymisiert).
Verschlüsselung, auch eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, schützt nur vor Dritten auf dem Weg: Wer die Werte bekommen soll, kann sie lesen, und was er damit darf, regelt das Gesetz. Beim digitalen Stromzähler ohne Kommunikationsgerät bleibt der Verlauf am Gerät. Beim intelligenten Messsystem ist Verschlüsselung Pflicht; bei Funkzählern wählt laut KIT-Studie der Messdienst: keine (Mode 0), einen festen Schlüssel je Gerät (Mode 5), einen je Nachricht neuen Schlüssel mit wahlweisem Fälschungsschutz (Mode 7) oder Verschlüsselung mit stets eingebautem Fälschungsschutz (Mode 10). Welche Stufe die drei Messdienste nutzen, fanden wir nicht.
Bekannte Fälle
Belegte Fälle rund um Funkzähler und Stromzähler
Wann
Was geschah
Stand
Stellungnahme
10/2024 Feldstudie: fast die Hälfte der erfassten Funkzähler sendete unverschlüsselt
KIT-Forschende zeichneten 2022 und 2023 in München, Karlsruhe, Trier und Luxemburg mit günstiger Technik Funknachrichten von 4.986 Geräten auf: 48,5 Prozent sendeten unverschlüsselt, etwa die Hälfte davon war ohne weiteren Aufwand lesbar; unter den verschlüsselten war Mode 5 mit rund einem Drittel der häufigste. Die Stichprobe ist nicht repräsentativ. Stand laut den Forschenden (Oktober 2024): offen, eine koordinierte Behebung sei nicht machbar, weil viele Geräte getauscht werden müssten. Quelle: KIT: Field Survey of Wireless M-Bus Encryption for Energy Metering Applications in Residential Buildings (Oktober 2024) ↗
Offen
Von den informierten Herstellern antwortete laut Studie nur einer: Er verschlüssele strikt, was die Daten bestätigen. Keine öffentliche Stellungnahme eines Messdienstes gefunden (Stand 24.10.2026).
16.09.2021 Vier gemeldete Schwachstellen bei Funkzählern zweier Hersteller
Forschende der TU Brno meldeten vier Schwachstellen bei Funkgeräten und Auslesesoftware von Enbra und beim Wasserzähler PICOFLUX AiR von Kaden; 2021 und 2022 kamen sie in die öffentliche Schwachstellenliste CVE. Es ging um fest eingebaute Schlüssel im Mode 5, mit denen sich Werte aus der Nähe lesen lassen, und um Software, die wieder eingespielte Funknachrichten nicht erkennt. Eine Behebung vermerken die Einträge nicht (abgerufen 24.10.2026). Quelle: CVE-Programm: CVE-2021-34571, Enbra, fest eingebauter Schlüssel im Security Mode 5 (16.09.2021) ↗
Stand unbekannt
Keine öffentliche Stellungnahme gefunden (Stand 24.10.2026).
20.09.2011 Testfilm im Stromverbrauch wiedererkannt (historisch)
Keine öffentliche Stellungnahme gefunden (Stand 24.10.2026).
Die Fälle zeigen: Das Risiko steckt in Umsetzung und Betrieb, etwa in fehlenden oder fest eingebauten Schlüsseln; einen grundsätzlichen Fehler im Funkverfahren fand das KIT nicht. Ob die Geräte in deinem Haus betroffen sind, zeigen sie nicht; ob Geräte der beiden dort genannten Hersteller in Deutschland verbaut sind, wissen wir nicht.
Was das Recht dazu sagt
Heizung und Warmwasser
Nicht fernablesbare Geräte müssen bis zum 31. Dezember 2026 nachgerüstet oder getauscht werden, außer wenn das technisch unmöglich oder unzumutbar ist (unbillige Härte); fernablesbare müssen Datenschutz und Datensicherheit nach dem Stand der Technik gewährleisten (§ 5 Heizkostenverordnung). Eine Verschiebung der Frist fanden wir bis 24.10.2026 nicht. Mieter müssen das dulden (§ 4; Bundesgerichtshof 2011, VIII ZR 326/10), der Funkablesung widersprechen können sie laut Datenschutzkonferenz nicht. Dafür sind die Werte personenbezogene Daten und zweckgebunden (§ 6b); dein Heiz- und Lüftverhalten damit zu kontrollieren, ist laut Berliner Datenschutzbeauftragter in der Regel unzulässig.
Bei fernablesbaren Geräten steht dir seit 2022 monatlich eine Verbrauchsinformation zu, laut Datenschutzkonferenz auch auf Papier. Fehlt sie oder ist sie unvollständig, oder hängen ab 2027 noch nicht fernablesbare Geräte ohne Ausnahmegrund, sieht § 12 eine Kürzung deines Heizkostenanteils um 3 Prozent vor, nicht aber zwischen Wohnungseigentümern und ihrer Gemeinschaft.
Strom
Ein intelligentes Messsystem ist Pflicht bei über 6.000 Kilowattstunden im Jahr, bei einer Vereinbarung nach § 14a Energiewirtschaftsgesetz, etwa für Wärmepumpe oder Wallbox, und bei Erzeugungsanlagen über 7 Kilowatt; sonst darf der örtlich zuständige (grundzuständige) Messstellenbetreiber es einbauen. Angekündigt wird spätestens drei Monate vorher; verhindern können Mieter und Eigentümer den Einbau nicht (§§ 29, 36, 37 Messstellenbetriebsgesetz).
Dass auch Viertelstundenwerte von Privathaushalten standardmäßig an Netzbetreiber und Lieferant gehen, sieht § 60 Abs. 3 Messstellenbetriebsgesetz vor; die Bundesnetzagentur setzte das am 24.10.2024 um (Beschluss BK6-24-174). Ihr Faltblatt von April 2025, wonach nur bei Tarifen mit häufigerer Messung weitere Daten fließen, meint wahrscheinlich Werte mit Bezug zu dir, so unsere Auslegung. Die Pseudonymisierung kleiner Haushalte (§ 52 Abs. 3) über die Nummer des Zählerplatzes ist laut Beschluss längstens bis 2030 erlaubt.
Was du einstellen kannst
Einbau, Funkablesung und Verschlüsselungsart wählst du nicht. Was dir bleibt:
Was du tun kannst — und was es kostet
Maßnahme
Was du aufgibst
Was bleibt
Verbrauchsinformation beim Vermieter auf Papier verlangen
den Blick in die App; ob der Vermieter Mehrkosten auf dich umlegen darf, ist laut Datenschutzkonferenz offen
Erfassung und Funk
Einwilligungen in Zusatzdienste verweigern oder widerrufen, etwa für die Raumklima-Funktion der Rauchwarnmelder
feinere Verbrauchskurven, die Raumklima-Anzeige
die Abrechnung, die Brandwarnung
Bei Techem: beim Vermieter dem Funken aktueller Werte widersprechen (freiwilliges Angebot laut Mieterinformation von 2021, im Oktober 2026 weiter verlinkt)
nichts bekannt
laut Techem gilt es nur für künftige Installationen
Digitaler Stromzähler, je nach Modell: PIN beim Messstellenbetreiber anfordern, PIN-Schutz an, beim Auszug den Verlauf löschen
den Blick auf den Verlauf ohne PIN
der Zählerstand für die Abrechnung
Intelligentes Messsystem: App ablehnen, Anzeige vor Ort nutzen (§ 61 Messstellenbetriebsgesetz)
ein einmaliges Entgelt in gesetzlich offener Höhe
die Übermittlung an Messstellenbetreiber, Netzbetreiber und Lieferant
Datensparsamen Stromtarif wählen, den jeder Lieferant anbieten muss (§ 41a Energiewirtschaftsgesetz)
mögliche Ersparnis durch dynamische Preise
wahrscheinlich die Übermittlung der Viertelstundenwerte; begrenzt wird, was der Lieferant für die Abrechnung nutzt
Bei Zählern von EasyMeter heißt die Löschfunktion laut Kurzanleitung (August 2023) „HIS Clr“: nach der PIN-Eingabe den Lichtsensor (optischer Taster) mit einer Taschenlampe länger als fünf Sekunden anleuchten und ebenso bestätigen; sonst gilt die Anleitung des Messstellenbetreibers. Dass die Raumklima-Funktion der Rauchwarnmelder eine Einwilligung braucht, ist die Auffassung der bayerischen Aufsicht; eine gemeinsame Position aller Aufsichtsbehörden fanden wir nicht.
Selbst prüfen
Funkzähler erkennst du meist daran, dass monatlich eine Verbrauchsinformation kommt und kein Ableser mehr in die Wohnung muss. Bei manchen Stromzählern zeigt ein Kommunikationssymbol im Display, dass sie über ein Kommunikationsgerät senden.
Ob verschlüsselt wird, wie oft und was, siehst du von außen nicht, und HexWarte empfängt keine Funksignale. Frag bei Heizung und Warmwasser den Vermieter oder die Verwaltung, nicht den Messdienst; beim Strom den Messstellenbetreiber. Nach dem Recht auf Auskunft (Art. 15 DSGVO) muss die Antwort spätestens nach einem Monat kommen, nur in begründeten Ausnahmen später; wie du fragst, zeigt Daten anfordern: was dein Gerät über dich gespeichert hat. Sinnvoll sind die Fragen, welche Werte wie oft abgerufen werden, wohin sie gehen, wie lange sie bleiben und wie der Funk geschützt ist; ob die letzte beantwortet werden muss, ist offen. Ohne Antwort bleibt die Beschwerde bei der Datenschutzaufsicht.
Mitschneiden ist keine Selbstprüfung
Funknachrichten abzuhören, die nicht für dich, die Allgemeinheit oder einen unbestimmten Personenkreis bestimmt sind, verbietet § 5 TDDDG, strafbar nach § 27. Dass Zählernachrichten darunterfallen, liegt nahe; Urteile dazu haben wir nicht geprüft. HexWarte zeigt deshalb nicht, wie man mitschneidet, auch nicht bei eigenen Zählern.
Prüfliste für die Zähler in deiner Wohnung
Die Häkchen werden nicht gespeichert und nicht übertragen. Ausdrucken kannst du die Liste über den Druckdialog deines Browsers. Alle Punkte für alle Geräte: Prüfliste fürs Zuhause.
Wofür diese Angaben gelten
Für Deutschland, Stand 24.10.2026: Heizkostenverordnung und Messstellenbetriebsgesetz in den Fassungen vom 16.10.2023 und 18.12.2025, Orientierungshilfe der Datenschutzkonferenz vom 16.08.2024.
Für Mietwohnungen mit zentraler Heizung; bei Fernwärme mit eigenem Vertrag gilt eine eigene Verordnung (FFVAV) mit ähnlichen Pflichten, für Kaltwasser keine bundeseinheitliche Regel.
Für Gerätegattungen, nicht für jedes Modell; Kalo und Brunata-Metrona haben wir nicht ausgewertet.
Für das, was sich erfragen lässt: HexWarte misst keine Geräte; ein Häkchen in der Prüfliste ist deine Angabe, kein Messwert.
Was dieser Artikel nicht sagt
Keine Rechtsberatung: Kürzung, Härtefälle und Kosten klären Mieterverein, Verbraucherzentrale, Schlichtungsstelle Energie oder Verbraucherservice Energie der Bundesnetzagentur.
Gesundheitsfragen zu Funk bewertet HexWarte nicht; der Bundesgerichtshof folgte 2011 der Feststellung, Schäden seien wissenschaftlich nicht belegt.
Nach neuen Vorfällen konnten wir nur eingeschränkt suchen; für August bis Oktober 2026 fanden wir keine, eine Entwarnung ist das nicht.
Ob Mieter Daten aus Heizkostenverteilern nach dem Data Act verlangen können, konnten wir nicht klären.
Geprüft am 24. Oktober 2026. Die Einordnung ist eine fachliche Bewertung, keine Rechtsberatung. Einen Fehler gefunden? Die Kontaktdaten stehen im Impressum.