In Ruhe erklärt
Auf dem Handy vergibt Android sie über die Google-Play-Dienste, auf dem iPhone heißt sie IDFA. Jede App, die sie abfragen darf, sieht dieselbe Nummer. Werbebausteine in Apps können sie mitschicken, und in Werbeauktionen geht sie laut Branchenstandard OpenRTB unverschleiert an viele Bieter, zusammen mit der IP-Adresse und gegebenenfalls dem Standort. So lassen sich Daten aus verschiedenen Apps einem Gerät zuordnen; Datenhändler bauen daraus Bewegungsverläufe.
Unter Android lässt sie sich löschen: Apps erhalten dann nur noch Nullen, zuerst unter Android 12, seit dem 1. April 2022 auf allen Geräten mit Google Play. Zurücksetzen ist etwas anderes: Danach sehen Apps wieder eine Nummer, nur eine neue. Auf dem iPhone müssen Apps seit iOS 14.5 (26. April 2021) um Erlaubnis fragen; ohne Erlaubnis besteht die IDFA nur aus Nullen. Wer „Apps erlauben, Tracking anzufordern“ ausschaltet, lehnt alle künftigen Anfragen auf einmal ab; Apps, die schon eine Erlaubnis haben, lassen sich dabei auffordern, das Tracking zu beenden.
Auch andere Geräte führen solche Kennungen: Samsung nennt in seiner deutschen Datenschutzerklärung neben der Google-Werbe-ID für Mobilgeräte eine „Tizen-Werbekennung“ für Bildschirmgeräte wie Fernseher. Was dort einzustellen ist, steht in Smart-TV: was dein Fernseher über dich meldet.
Die deutschen Aufsichtsbehörden nennen das Auslesen von Werbe-Identifikationsnummern ausdrücklich als Zugriff auf das Endgerät, für den § 25 TDDDG eine Einwilligung verlangt, sofern er nicht für den gewünschten Dienst unbedingt erforderlich ist.