In Ruhe erklärt
Das Internet ist kein einzelnes Netz, sondern ein Verbund aus Zehntausenden eigenständigen Netzen. Jedes davon heißt in der Fachsprache autonomes System und trägt eine Nummer, die AS-Nummer oder kurz ASN. Die Deutsche Telekom hat eine, Vodafone, Hetzner, jede größere Hochschule. Über diese Nummern handeln die Netze untereinander aus, welcher Weg ein Datenpaket nimmt.
Vergeben werden die Nummern von fünf regionalen Vergabestellen; für Europa ist das RIPE NCC in Amsterdam. Wer welche Nummer hält und welche Adressbereiche dazugehören, ist öffentlich — das muss es sein, sonst könnten die Netze einander nicht finden. Aus diesen Verzeichnissen entstehen Datenbanken, in denen sich zu jeder IP-Adresse nachschlagen lässt, in wessen Netz sie liegt.
Für eine Website ist das eine Auskunft in Millisekunden und ohne dein Zutun: Aus deiner Adresse wird „Kundin oder Kunde von Anbieter X“. Das grenzt ein, und je kleiner das Netz, desto deutlicher — ein regionaler Anbieter oder ein Hochschulnetz hat weit weniger Anschlüsse als ein bundesweiter Anbieter. Und es verrät die Art des Zugangs: Steht dort ein Rechenzentrum statt eines Zugangsanbieters, kommst du sehr wahrscheinlich über einen VPN, einen Proxy oder einen Server. Viele Dienste sperren oder prüfen solche Zugriffe genau deshalb strenger.
HexWarte schlägt den Betreiber in einer eigenen Kopie eines solchen Verzeichnisses auf dem eigenen Server nach. Deine Adresse wird dafür an keinen fremden Dienst geschickt. Quelle und Datenstand stehen am Ergebnis.