In Ruhe erklärt
Proxy heißt Stellvertreter, und genau das ist er: Dein Programm schickt die Anfrage nicht selbst an die Website, sondern an den Proxy, und der ruft sie ab. Für die Website sieht es so aus, als käme der Abruf vom Proxy. Eingerichtet wird er meist in einem einzelnen Programm, etwa im Browser, und nicht für das ganze Gerät.
Was der Proxy mitbekommt, hängt von der Seite ab, die du aufrufst. Bei einer verschlüsselten Seite baut der Browser durch den Proxy nur einen Tunnel: Der Proxy erfährt, zu welchem Server die Verbindung geht, wann und wie viel übertragen wird, aber nicht den Inhalt. Bei einer unverschlüsselten Seite liest er alles mit und kann es auch verändern.
Nicht jeder Proxy verbirgt dich. Viele schreiben deine Adresse sogar ausdrücklich dazu, in Zusatzzeilen wie „Forwarded“ oder „X-Forwarded-For“, damit die Gegenseite weiß, von wem die Anfrage eigentlich stammt. Der Standard sieht das so vor.
Anders als ein VPN verschlüsselt ein gewöhnlicher Proxy die Strecke zwischen dir und ihm nicht eigens. Was du ohnehin verschlüsselt abrufst, bleibt verschlüsselt; alles andere kann jeder auf dem Weg mitlesen. Wer einen offenen, kostenlosen Proxy aus einer Liste im Netz benutzt, gibt seinen Verkehr einem Unbekannten.
Eine vollständige Liste aller Proxys gibt es nicht. HexWarte erkennt einen Proxy deshalb nur an Hinweisen — am Namen des Netzes oder an der Paketgröße beim Verbindungsaufbau — und sagt dann ausdrücklich „vermutlich“.