In Ruhe erklärt
Eine IPv6-Adresse besteht aus zwei Hälften zu je 64 Bit. Die vordere, das Präfix, stammt aus dem Adressblock, den dein Anbieter deinem Anschluss zuteilt; alle Geräte in deinem Heimnetz tragen dieselbe. Die hintere bildet jedes Gerät selbst. Ursprünglich leiteten Geräte sie aus der Hardwarekennung ihrer Netzwerkkarte ab. Dann trug ein Laptop in jedem Netz dieselbe hintere Hälfte und ließ sich von Ort zu Ort verfolgen; die IETF rät seit 2017 ausdrücklich davon ab (RFC 8064).
Dagegen hilft die Datenschutzerweiterung nach RFC 8981 (Februar 2021): Das Gerät bildet zusätzlich zufällige hintere Hälften, die nur eine Weile gelten. Nach Voreinstellung nimmt es eine solche Adresse einen Tag lang für neue Verbindungen, nach zwei Tagen läuft sie ab; der Vorgänger RFC 4941 ließ sie noch eine Woche gelten. Welche Adresse ein Gerät für eine neue Verbindung wählt, regelt RFC 6724: Ab Werk sind die temporären bevorzugt, Hersteller dürfen das aber umdrehen. Apple nimmt sie nach eigener Angabe für jede neue Verbindung.
Die vordere Hälfte bleibt davon unberührt. RFC 8981 sagt es selbst: Das Präfix ist eine gleichbleibende Kennung, alle Geräte etwa eines Haushalts haben dasselbe. Wie lange es gilt, entscheidet dein Anbieter. Die Betriebsempfehlung RIPE-690 rät, Privatkunden ein dauerhaftes Präfix zu geben und, wo das Recht es nahelegt, wechselnde als Wahlmöglichkeit anzubieten. Im Mobilfunk bekommt jede Datenverbindung ein eigenes Präfix, das so lange gilt wie die Verbindung (RFC 6459).
HexWarte vergleicht IPv6-Adressen deshalb am Netz, nicht an der ganzen Adresse: Die Netzmessung prüft, ob WebRTC dasselbe /64-Netz nennt wie Kammer 1, also dieselbe vordere Hälfte. Auch die eigenen Dienste drosseln bei IPv6 je /64-Netz; im Zähler steht dann nur die vordere Hälfte.