In Ruhe erklärt
IPv4-Adressen sind knapp: Dem RIPE NCC, der Vergabestelle für Europa, gingen im November 2019 die freien Adressen aus. Viele Zugangsanbieter geben deshalb nicht mehr jedem Anschluss eine eigene öffentliche IPv4-Adresse. Stattdessen übersetzt ein Gerät im Netz des Anbieters die Verbindungen vieler Kundinnen und Kunden auf wenige gemeinsame Adressen. Auseinandergehalten werden sie nur noch über die Portnummer, eine Art Durchwahl, die jede einzelne Verbindung bekommt.
Für die Strecke zwischen deinem Router und diesem Übersetzer hat die IETF 2012 einen eigenen Adressbereich reserviert: 100.64.0.0 bis 100.127.255.255 (RFC 6598). Zeigt dein Router als seine Internetadresse eine aus diesem Bereich, sitzt du sehr wahrscheinlich hinter einem solchen Übersetzer. Eine andere Bauform heißt DS-Lite: Dein Anschluss bekommt nur IPv6, IPv4 reist darin verpackt bis zum Anbieter und wird erst dort übersetzt (RFC 6333).
Im Mobilfunk ist das die Regel. Eine Messung von 2016 fand solche Übersetzer in mehr als 90 Prozent der beobachteten Mobilfunknetze und in 17 bis 18 Prozent aller Zugangsnetze für Endkunden. Beobachtet wurden die Netze, die im BitTorrent-Netz und im Diagnosedienst Netalyzr sichtbar waren; eine neuere begutachtete Zählung haben wir nicht gefunden.
Kammer 1 von HexWarte zeigt neben deiner Adresse auch, unter welcher Adresse du bei einem Server ankommst, der nur IPv4 spricht. Teilst du dir IPv4 mit anderen, steht dort die Adresse des Übersetzers deines Anbieters, nicht deine eigene.