In Ruhe erklärt
Bevor die Verschlüsselung steht, stellt sich dein Browser dem Server mit einer offenen Begrüßung vor, dem ClientHello. Darin nennt er auch den Namen der Website, die er erreichen will, denn hinter einer Serveradresse liegen oft viele Websites. Wer unterwegs mitliest, etwa im WLAN oder beim Zugangsanbieter, liest diesen Namen mit, auch wenn er vom Inhalt nichts sieht. Der Standard RFC 9849 (März 2026) nennt ihn die vielleicht heikelste Angabe, die in TLS 1.3 noch unverschlüsselt reist.
ECH teilt die Begrüßung in zwei. Die innere enthält den echten Namen und alles, was davon abhängt, und ist mit einem Schlüssel des Servers verschlüsselt. Die äußere Hülle kann jeder lesen. In ihr steht statt des echten Namens der einer Empfangsstelle, die Verbindungen für viele Websites annimmt, etwa die eines Hosters. Je mehr Websites sich eine solche Empfangsstelle teilen, desto weniger verrät ihr Name.
Den Schlüssel holt der Browser vorab aus dem DNS (Namensauflösung), aus einem eigenen Eintrag der Website (RFC 9848). Bietet eine Website keinen an, reist der Name wie bisher offen. Chrome nutzt ECH seit Fassung 117 von sich aus, wo eine Website es anbietet. Damit Mitleser nicht einmal erkennen, wer ECH tatsächlich nutzt, sieht der Standard vor, dass ein Browser ohne Schlüssel eine Attrappe mitschickt.
HexWarte prüft nicht, ob deine Verbindungen ECH tatsächlich nutzen. Die Seite „Wer sieht was?“ bezieht es nur als Möglichkeit in ihre Einordnung ein.