In Ruhe erklärt
Dein Gerät kennt in aller Regel nur die Adresse, die es in deinem eigenen Netz trägt. Welche Adresse dein Router nach außen zeigt, weiß es nicht. Ein STUN-Server löst das auf die denkbar schlichteste Weise: Dein Gerät schickt ihm ein kleines Paket, und er antwortet mit der Adresse, von der dieses Paket bei ihm ankam.
Mehr tut STUN nicht. Es überträgt keine Gespräche, vermittelt keine Verbindung und merkt sich nichts — eine Frage, eine Antwort. Festgelegt ist das Verfahren in RFC 8489. Browser benutzen es beim Sammeln von Adressen für WebRTC.
Wer den STUN-Server betreibt, erfährt dabei zwangsläufig deine Adresse. Viele Websites verwenden der Bequemlichkeit halber die öffentlichen Server großer Anbieter; dann erfährt dieser Anbieter von jedem Besuch. HexWarte betreibt für seine Netzmessung einen eigenen Messpunkt, damit deine Adresse bei niemandem sonst landet. Er beantwortet die Frage und vergisst sie.
Ein offener STUN-Server hat eine Schattenseite, die seine Betreiber kennen müssen: Wer eine Anfrage mit gefälschtem Absender schickt, lenkt die Antwort auf ein fremdes Ziel. Unser Messpunkt antwortet deshalb so knapp wie möglich, zählt je Absender mit und deckelt die Gesamtmenge so, dass er sich als Werkzeug für Angriffe nicht lohnt.