Lokal & kontrolliert
BEGRIFF

Sprachliste

Die Reihenfolge deiner bevorzugten Sprachen geht bei jeder einzelnen Anfrage mit — auch an Server, die nie danach gefragt haben.

Auch bekannt als: Accept-Language, bevorzugte Sprachen

In Ruhe erklärt

Damit eine Website in deiner Sprache erscheint, schickt dein Browser eine geordnete Liste mit: welche Sprachen du verstehst und in welcher Reihenfolge. Ein deutscher Browser sendet typischerweise „de-DE, de, en-US, en“ mit abnehmender Gewichtung.

Das ist nützlich und im Grundsatz harmlos. Problematisch wird es, wenn die Liste ungewöhnlich ist. Wer im Laufe der Jahre weitere Sprachen hinzugefügt hat, sendet eine Kombination, die nur wenige Menschen teilen — und das bei jeder Anfrage, ohne dass ein Skript laufen muss.

Google beschreibt in einem eigenen Erklärpapier, warum das ein Problem ist: In der Kopfzeile stecke viel Entropie über die Person, und Server könnten sie passiv mitlesen, ohne dass jemand es bemerkt. Der dort vorgeschlagene Weg ist, künftig nur noch die oberste Sprache zu senden.

Bis das überall gilt, kannst du es selbst in die Hand nehmen — in den Browsereinstellungen unter „Sprachen“. Die Richtung ist dabei entscheidend: zurück auf deine tatsächliche Hauptsprache, nicht auf einen ausgefallenen Wert.

Warum das zählt

Es ist eines der wenigen Merkmale, die du ohne Browserwechsel in einer Minute verbessern kannst — und ein gutes Beispiel dafür, dass Schutz nicht immer Verzicht bedeutet.

Was es nicht bedeutet

Die häufigsten Irrtümer — auch auf seriösen Seiten.
  • Eine exotische Liste ist schlechter als die übliche. Wer aus Vorsicht eine seltene Sprache einträgt, wird dadurch seltener und damit erkennbarer. Siehe Anonymitätsmenge.
  • Die Sprachliste verrät nicht, wo du bist. Sie hängt statistisch damit zusammen, mehr nicht.
  • Eine Erweiterung, die die Kopfzeile fälscht, erzeugt leicht Kombinationen, die nicht zu den übrigen Merkmalen passen. Die Einstellung im Browser ist der bessere Weg.