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BEGRIFF

Do Not Track

Ein Signal, mit dem der Browser bittet, nicht verfolgt zu werden — von den meisten Websites übergangen, rechtlich in Deutschland aber nicht bedeutungslos.

Auch bekannt als: DNT

In Ruhe erklärt

Do Not Track ist ein Signal, das der Browser bei jeder Anfrage mitschickt: „Bitte verfolge mich nicht.“ Technisch ist es eine Bitte. Eine Website kann es beachten oder übergehen, und von außen lässt sich nicht prüfen, was sie tut.

Die Arbeit an dem Standard wurde eingestellt, weil zu wenige Websites mitmachten. Safari hat den Schalter 2019 entfernt, mit der Begründung, er habe vor allem ein weiteres Unterscheidungsmerkmal geliefert; Firefox folgte 2025 mit Version 135 und verweist seitdem auf Global Privacy Control. Chrome und Edge bieten ihn noch an.

Rechtlich ist das Signal trotzdem nicht bedeutungslos. Das Landgericht Berlin hat im August 2023 entschieden, dass LinkedIn nicht mitteilen darf, auf DNT-Signale nicht zu reagieren: Das Widerspruchsrecht der Datenschutz-Grundverordnung könne auch automatisiert ausgeübt werden, und ein DNT-Signal sei ein wirksamer Widerspruch. Das Urteil war bei seiner Veröffentlichung nicht rechtskräftig.

Warum das zählt

Do Not Track zeigt, wie weit Technik und Recht auseinanderliegen können: Ein Signal, das die meisten übergehen, kann trotzdem ein Recht ausüben. Wer das verstanden hat, liest auch andere Versprechen genauer.

Was es nicht bedeutet

Die häufigsten Irrtümer — auch auf seriösen Seiten.
  • Do Not Track ist nicht dasselbe wie Global Privacy Control. Beide sind Widerspruchssignale. GPC gilt als Nachfolger und ist in Kalifornien ausdrücklich verbindlich; Firefox sendet es auf Wunsch, Brave von Haus aus, Chrome, Edge und Safari bisher nicht.
  • Ein gesetztes Signal verhindert technisch nichts. Es wirkt nur, wo ein Betreiber es beachtet oder beachten muss.
  • Das Berliner Urteil heißt nicht, dass jede Website das Signal beachten muss. Es ist ein einzelnes Urteil zu einem einzelnen Unternehmen, und es war bei seiner Veröffentlichung nicht rechtskräftig.